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Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro im Test: Mähroboter mit Rasentrimmer

Mann kniet im Garten und steuert einen Mähroboter, der Gras auf einem Rasenmäht.

Ein Rasentrimmer an einem kabellosen Mähroboter – auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Mit dem Goat A1600 LiDAR Pro will Ecovacs einen der letzten Schwachpunkte dieser Geräte beseitigen: die wenigen Zentimeter Gras, die entlang von Rasenkanten stehen bleiben. Nach zwei Monaten in unserem Garten können wir sagen, ob diese Neuerung den manuellen Rasentrimmer tatsächlich in den Ruhestand schicken kann.

In nur wenigen Jahren haben Mähroboter ihre Fähigkeiten rasant erweitert. Die meisten kommen inzwischen nicht nur ohne RTK-Antenne aus, sondern kartieren Gärten auch selbstständig und weichen unterschiedlichsten Hindernissen aus. Sie bewältigen zudem steile Steigungen oder liefern einen Live-Video-Feed, wie wir in unserem Ratgeber zur Auswahl eines Mähroboters 2026 erläutern.

Ein Problem bleibt jedoch bestehen: Rasenkanten. Der Grund liegt auf der Hand: Die Schneidscheibe sitzt unter dem Chassis und kann deshalb nie bündig an einen Zaun, ein Beet oder eine Terrasse heranfahren. Bislang versuchten Hersteller vor allem, den verbleibenden Grasstreifen durch präzisere Fahrwege, doppelte Schneidscheiben oder spezielle Modi zu verkleinern. Das Ziel war stets, die Hauptmesser möglichst dicht an den Rand zu bringen.

Ecovacs verfolgt beim Goat A1600 LiDAR Pro einen anderen Ansatz. Der Hersteller montiert direkt an der Seite des Roboters einen echten Rasentrimmer, dessen Faden selbstständig aus- und wieder eingefahren wird. Die TruEdge genannte Funktion schneidet jene Bereiche, welche die Hauptmesser nicht erreichen können. Das Versprechen ist einfach: Die letzte Runde durch den Garten mit dem Rasentrimmer soll entfallen.

Bleibt die Frage, ob diese Lösung die Rasenpflege an den Kanten wirklich verändert und ob der Goat A1600 LiDAR Pro abseits dieser Innovation seine übrigen Aufgaben ebenso überzeugend erledigt.

Was uns am Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro gefallen hat

Ein Rasentrimmer, der endlich überzeugt

Bevor es an die Rasenkanten geht, müssen Sie den ungewöhnlichen Anbau selbst an der linken Seite des Roboters installieren. Das geht schnell: Das Modul wird mit drei Schrauben befestigt, anschließend wird die Bürste eingeclipst. Sie soll verhindern, dass sich Grashalme um den Rasentrimmer sammeln. Wichtig: Diese Funktion arbeitet nie gleichzeitig mit den Hauptmessern. In der Ecovacs-Home-App ist das Kantenschneiden daher ein separater Arbeitsauftrag.

Eine erste Möglichkeit ist die Planung einer eigenen automatischen Fahrt. Wir haben sie vor allem entlang von Mauern und Zäunen eingesetzt. Der Roboter fährt die ausgewählten Rasenkanten dann selbstständig erneut ab. Der Rasentrimmer reduziert den Grasstreifen deutlich, auch wenn sich die Physik nicht vollständig überlisten lässt. Da das Chassis an senkrechte Hindernisse stößt, bleiben einige Halme stehen. Es handelt sich jedoch nur um sehr wenig, gerade einmal 2 oder 3 Zentimeter.

Alternativ gibt es den manuellen Modus. Das Konzept erinnert an Modelle wie den Mova ViAX 250, bei denen man den Roboter fernsteuert, um die Konturen erneut zu bearbeiten. Hier reicht der seitlich angebrachte Faden allerdings deutlich weiter als die unter dem Gerät versteckte Schneidscheibe.

Diesen Modus nutzten wir vor allem an überfahrbaren Rändern, etwa an unserer ebenerdigen Terrasse oder an einigen Kieswegen. Beim Fernsteuern kann der Roboter leicht auf den festen Untergrund fahren. Dadurch schneidet der Faden die gesamte Kante sauber ab.

Auf unserer großen Fläche von 586 m² ergänzen sich beide Methoden daher hervorragend. Für den größten Teil des Umfangs genügt der Automatikmodus, während sich der manuelle Betrieb zum Nacharbeiten einzelner Kanten eignet. Natürlich bedeutet das zusätzlichen Aufwand. Unter allen Mährobotern, die wir in den vergangenen zwei Jahren getestet haben, war jedoch keiner bei dieser Aufgabe so wirksam.

Eine Navigation, die schlicht beeindruckt

Wie bei Ecovacs-Mährobotern üblich, nimmt die Einrichtung des Goat A1600 LiDAR Pro keinen ganzen Nachmittag in Anspruch. Sobald die Station im Boden verankert sowie Bluetooth und WLAN verbunden sind, kann die Kartierung starten.

In Bereichen mit klar abgegrenzten Konturen erledigte die automatische Erfassung die Arbeit eigenständig; danach waren nur zwei oder drei kleine Korrekturen nötig. Bei komplizierteren Flächen, etwa dem durch einen schmalen Durchgang abgetrennten Bereich am Ende unseres Gartens, übernahmen wir mit dem Joystick und zeichneten die Grenzen manuell ein. Sobald die Umrisse weniger eindeutig sind, empfehlen wir diese Vorgehensweise.

Zur Orientierung setzt der Goat auf zwei LiDAR-Sensoren. Die drehbare Kuppel auf der Oberseite tastet die Umgebung in 360 Grad ab und erstellt die Gartenkarte. Ein zweiter Sensor an der Front misst Hindernisse im Nahbereich. Ergänzt wird dieses System durch eine KI-Kamera, die auf Hindernisse genauer reagiert und mehr als 200 Kategorien erkennt.

Auch nach mehreren Wochen ließ uns das Ergebnis nicht weniger staunen. In zwei Monaten mussten wir den Roboter kein einziges Mal befreien. Unter Bäumen, an Mauern oder in den engsten Durchgängen verlor das Gerät nie die Orientierung.

Selbst wenn dichtes Laub einen großen Teil des Himmels verdeckt, bleibt seine Fahrspur sauber und gleichmäßig. Hindernisse werden früh genug erkannt, auch kleine Gegenstände, die auf dem Rasen vergessen wurden. Der Roboter umfährt sie anschließend sehr eng, ohne sie zu berühren.

Große Schnittbreite mit Einstellungen für jeden Quadratmeter

Saubere Rasenkanten sind wichtig, doch der übrige Rasen muss ebenfalls ordentlich aussehen. Dafür verfügt der Goat A1600 LiDAR Pro über zwei Mähwerke mit jeweils drei schwenkbaren Messern. Zusammen ergeben sie eine Schnittbreite von 33 Zentimetern. Das passt zur Preispositionierung des Roboters. Zum Vergleich: Der Navimow i208 LiDAR (1.199 Euro) erreicht nur 22 Zentimeter, während der Dreame A3 AWD Pro 5000 (2.999 Euro) auf 40 cm kommt.

Während unserer Testwochen stellten wir weder ausgelassene Streifen noch Höhenunterschiede zwischen einzelnen Teilflächen derselben Zone fest. Dass der Goat A1600 LiDAR Pro auf diesem Gelände zuverlässig arbeitet, liegt auch an den umfangreichen Mähoptionen.

Über die App erhält jede Zone ihre eigenen Vorgaben. Schnitthöhe von 3 bis 9 Zentimetern, Fahrgeschwindigkeit und Richtung der Bahnen: Nichts davon muss für das gesamte Grundstück einheitlich festgelegt werden.

Diese Vielzahl an Einstellungen ist besonders nützlich, um einen empfindlicheren oder stark sonnenexponierten Gartenteil zu schonen. Umgekehrt können Sie das Gras unter Bäumen und in schattigen Bereichen etwas höher wachsen lassen.

Ein weiteres Detail hat uns überzeugt: die Einstellung der Erkennungsschwelle. Sie geben die durchschnittliche Höhe des Rasens an, woraufhin das Gerät ableitet, ab welcher Größe ein Objekt als Gefahr gilt. Ohne diese Anpassung würde bereits ein einzelnes Büschel Wildgras als Hindernis eingestuft und sorgfältig ausgespart.

Was uns am Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro weniger gefallen hat

Nur zwei Antriebsräder und 4G gegen Aufpreis

Für den Antrieb nutzt der Roboter ausschließlich seine beiden profilierten Hinterräder, während die beiden vorderen Rollen lediglich folgen. Dennoch verspricht der Hersteller Steigungen von bis zu 50 % und das Überwinden von Hindernissen mit 4 Zentimetern Höhe. Auf trockenem Untergrund klettert das Gerät tatsächlich mühelos. Nach einigen Regentagen sinken seine 17,8 kg jedoch ein, und selbst eine geringe steile Steigung wird zur Herausforderung.

Wenn Ihr Grundstück stellenweise stark abfällt und Wasser hält, ist ein Allradantrieb die bessere Wahl. Diese Antriebsart gibt es zum gleichen Preis bei Mammotion mit dem Luba Mini 2 AWD 1000 (1.499 Euro) oder etwas teurer bei Segway mit dem Navimow i210 LiDAR Pro (1.599 Euro). Beide Modelle sind allerdings auf 1.000 m² begrenzt, während dieses Gerät 1.600 m² abdeckt.

Ein weiterer Nachteil betrifft die Konnektivität. Sobald sich der Roboter zu weit vom Router entfernt, benötigen Live-Video und Diebstahlschutz-Ortung ein separat erhältliches Modul für 150 Euro. Zu diesem Preis ist nicht einmal eine SIM-Karte enthalten. Sie müssen also selbst einen Tarif für vernetzte Geräte bezahlen.

Bei Mammotion kostet das Modul 99 Euro und beinhaltet drei Jahre 4G-Service. Segway integriert 4G dagegen direkt in seine Navimow-Modelle: Das erste Jahr ist kostenlos, danach werden jährlich 29,99 Euro fällig.

Enttäuschende Laufzeit, gerade noch durch schnelles Laden ausgeglichen

Das ist unser größter Kritikpunkt an diesem Roboter. Mit nur 96 Wh wirkt der Akku für ein Gerät, das bis zu 1.600 m² pflegen soll, recht knapp bemessen. Auf unserem Grundstück musste der Goat A1600 LiDAR Pro bereits nach einer Stunde Arbeit und etwa 190 m² bearbeiteter Fläche zur Ladestation zurückkehren.

Für unsere größte Zone mit 586 m² brauchte er stets mehr als drei Durchgänge. Auch die zahlreichen Einstellungen der App können das Ergebnis zusätzlich beeinflussen. Immerhin verbringt der Goat nur wenig Zeit auf seiner Ladestation.

In unseren Messungen genügten rund fünfzig Minuten, bevor er die Arbeit wieder aufnahm. Das ist für diese Kategorie besonders schnell. Zum Vergleich benötigen der Navimow i208 LiDAR und der Dreame A3 AWD Pro beide ungefähr zwei Stunden.

Für die von Ecovacs angegebenen 1.600 m² müssen Sie also mehr als acht Fahrten einplanen. Mit üblichen Einstellungen und inklusive der Ladezeiten sind 15 bis 16 Stunden erforderlich, um diese Fläche vollständig zu bearbeiten. Diese Schätzung hängt zwangsläufig von Schnitthöhe, Geschwindigkeit und dem gewählten Abstand zwischen den Bahnen ab.

Der Rasentrimmer arbeitet, wie erwähnt, in separaten Einsätzen. Seine eigene Arbeitszeit kommt daher noch hinzu; Sie müssen also akzeptieren, dass sich das Mähen länger hinzieht, und die Arbeit auf mehrere Zonen verteilen.

Ein sperriger und lauter Rasentrimmer

Nach der Montage soll das TruEdge-Modul dauerhaft am Gerät bleiben. Es ist nicht dafür konzipiert, zwischen zwei Mähvorgängen ständig abgenommen und wieder angebracht zu werden. Dadurch wird ein ohnehin großer Goat A1600 LiDAR Pro noch breiter. In kleinen Ecken und schmalen Passagen tat er sich mitunter schwer und musste mehrfach rangieren, um den passenden Lenkwinkel zu finden.

Die zweite Folge ist hörbar. Sobald der Rasentrimmer arbeitet, nennt Ecovacs einen Geräuschpegel von 82 dB. Der Hersteller untertreibt damit nicht: Beim Schneiden der Rasenkanten macht der Goat A1600 LiDAR Pro deutlich Lärm. Wenn Ihnen ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft wichtig ist, sollten Sie diesen Auftrag besser nicht früh am Morgen oder spät am Abend planen.

Preis, Verfügbarkeit und Konkurrenz

Mit einem Marktstartpreis von 1.499 Euro positioniert sich der Goat A1600 LiDAR Pro in der Mitte der LiDAR-Pro-Reihe von Ecovacs. Der Hersteller bietet außerdem den kompakteren O1200 LiDAR Pro für Gärten bis 1.200 m² sowie den A3000 LiDAR Pro für große Grundstücke bis 3.000 m² an. Vor allem besitzt der A1600 keine Exklusivität beim Rasentrimmer, denn diese Funktion ist auch bei den beiden anderen Modellen vorhanden.

In dieser Preisklasse ist die Konkurrenz allerdings groß. Der Segway Navimow i215 LiDAR (1.399 Euro) deckt 1.500 m² ab, bietet jedoch keinen Rasentrimmer mit Faden. Wer den Schwerpunkt auf Traktion legt, findet im Mammotion Luba Mini 2 AWD 1000 (1.499 Euro) und im Segway Navimow i210 LiDAR Pro (1.599 Euro) zwei Modelle mit Antrieb auf allen vier Rädern – allerdings bei einer auf 1.000 m² reduzierten Flächenleistung.

Unser Urteil zum Mähroboter Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro

Ecovacs ist nicht der erste Hersteller, der sich dem Problem der Rasenkanten widmet, gehört aber zu den wenigen Anbietern mit einer so konsequenten Lösung. Einen echten Rasentrimmer an einen Mähroboter zu montieren, mag zunächst übertrieben wirken. Nach zwei Monaten lässt sich seine Wirkung jedoch kaum bestreiten. An überfahrbaren Kanten kann der manuelle Rasentrimmer tatsächlich im Schuppen bleiben, während er an Mauern und Zäunen den Restaufwand auf ein Minimum reduziert. Diese Innovation – und vor allem der echte konstruktive Mut dahinter – verdient Anerkennung.

Die gute Idee braucht allerdings noch Feinschliff. Der Rasentrimmer ist im Betrieb ausgesprochen laut und macht einen ohnehin großen Roboter noch sperriger. Generell fällt die Laufzeit für ein Modell mit einer angegebenen Fläche von 1.600 m² etwas enttäuschend aus. Zudem stoßen die zwei Antriebsräder an steilen Hängen gelegentlich an ihre Grenzen, und der Preis des 4G-Moduls ist etwas frustrierend.

Der Goat A1600 LiDAR Pro eignet sich somit vor allem für große, vergleichsweise ebene Gärten, in denen Rasenkanten viel Nacharbeit verursachen. Für sehr hügelige, häufig matschige oder besonders stark unterteilte Grundstücke ist ein Modell mit vier Antriebsrädern sinnvoller.

Ansonsten gibt es ihm nur wenig vorzuwerfen. Sein Doppel-LiDAR sorgt für eine bemerkenswerte Navigation, die Kartierung gelingt schnell, und die beiden Mähwerke erreichen zusammen 33 cm Schnittbreite für ein sauberes, gleichmäßiges Ergebnis. Damit verdient er ohne Zweifel einen Platz in unserem Vergleich der besten Mähroboter 2026. Letztlich ist vielleicht nicht am interessantesten, dass Ecovacs seinem Roboter einen Rasentrimmer hinzugefügt hat. Entscheidend ist vielmehr, dass dies gelungen ist, ohne den Rest zu stark zu beeinträchtigen.

Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro

1.499 Euro

Gesamtwertung: 8.7

Kategorie Bewertung
Installation und Kartierung 9.0/10
Navigation und Hinderniserkennung 9.5/10
Qualität des Mähens und der Rasenkanten 9.5/10
App und Optionen 8.0/10
Laufzeit und Laden 7.5/10

Das gefällt uns

  • Innovativer Rasentrimmer, der an Rasenkanten effektiv arbeitet
  • Tadellose Navigation mit Doppel-LiDAR
  • Schnelle und präzise automatische Kartierung
  • Überzeugende und individuell anpassbare Mähleistung
  • Schnelles Laden

Das gefällt uns weniger

  • Verbesserungswürdige Laufzeit
  • Lauter und sperriger Rasentrimmer
  • Nur zwei Antriebsräder
  • Teures 4G-Modul ohne SIM-Karte

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