Welche Mulcharten eignen sich für welche Aufgaben?
Die Auswahl des passenden Mulchs sorgt oft für Verwirrung, sagt David Stanford-Beale, promovierter Entomologe bei der MAD (Make A Difference) Company, die organische, nachhaltige und torffreie Substrate entwickelt und vertreibt.
„Neunmal von zehn entscheidet sich ein Kunde eher für die Optik als für fast alles andere. Man möchte etwas, das im Garten einfach gut aussieht – genauso wie bei Zimmerpflanzen.
Der eine Gärtner von zehn achtet auf die Inhaltsstoffe, die Herkunft und darauf, was er tatsächlich in seinen Garten einbringt“, sagt er.
„Wenn du im Gartencenter nach Mulch suchst, ist das Wichtigste: Lies den Sack, achte auf eine Herkunftsangabe und kaufe – wenn möglich – regional.“
Je nach Einsatz gibt es unterschiedliche Mulchmaterialien, die sich für verschiedene Arbeiten besonders gut eignen.
Kompost
Egal ob selbst hergestellt oder gekauft: Kompost versorgt nährstoffhungrige Pflanzen wie Rosen und Funkien (Hostas) mit den benötigten Nährstoffen und hilft zugleich, Unkraut zu unterdrücken.
Er kann auf allen Böden eingesetzt werden, um Feuchtigkeit länger im Boden zu halten und die Bodenstruktur zu verbessern. Rund um Pflanzen wie Lavendel oder Salbei solltest du ihn jedoch nicht ausbringen, rät die RHS, da diese eher trockene, nährstoffarme Böden bevorzugen.
Behalte ausserdem im Blick, dass manche Komposte Unkrautsämlinge enthalten können – die musst du dann entfernen, sobald sie auftauchen.
Für grosse Flächen kann Kompost als Mulch allerdings schnell sehr teuer werden, wenn du nicht selbst kompostierst und auf Säcke aus dem Handel angewiesen bist, sagt Stanford-Beale.
Stallmist
Stallmist ist ein ausgesprochen nährstoffreicher Mulch, der Feuchtigkeit sehr gut speichert und Beeten sowie Rabatten viele Nährstoffe zuführt – ideal also für Rosen, Sträucher und andere „Hungrige“. Ausserdem verbessert er die Bodenstruktur und enthält in der Regel kaum Unkrautsämlinge.
Wichtig ist vor allem, dass der Mist gut verrottet ist; andernfalls kann er Pflanzen „verbrennen“, so die RHS. Wenn er noch stark riecht oder dampft, solltest du ihn besser noch etwas länger liegen lassen.
Stroh
„Mulch auf Strohbasis ist in Ordnung. Er sieht gut aus und riecht angenehm – darauf reagieren Kunden sehr positiv. Er zerfällt ziemlich schnell und gibt dabei viel Kalium in den Boden ab“, sagt Stanford-Beale.
„Im Frühjahr kann man Strohmulch gut auf einem Hochbeet oder im Kleingarten verwenden, aber man muss darauf achten, dass junge Pflanzen, ganz frische Sämlinge, nicht auf einmal zu viel Kalium bekommen.
Es wird erst dann zum Thema, wenn man Jahr für Jahr für Jahr mit Stroh mulcht, weil es sich dann anreichert. Wenn Gärtner aber vernünftig damit umgehen, was sie ausbringen, sollte es keine Probleme geben.“
Rinde
Viele Gärtner mulchen ihre Rabatten mit Rindenhäcksel, um Unkraut zu unterdrücken und die Feuchtigkeit im Boden zu halten – und es gibt weitere Vorteile, sagt Stanford-Beale.
„Wenn mehr Feuchtigkeit vorhanden ist, gibt es weniger Luft, und im Boden laufen dadurch leicht andere Kreisläufe ab. Das fördert Würmer und viele bodenlebende Insekten, die durch den Mulch nach oben kommen und ihn wieder in den Kreislauf zurückführen.
Das ist wie im Wald und in der Natur: Laub fällt herunter, wirkt wie eine grosse Mulchschicht und regt das Ökosystem an, die Nährstoffe in den Boden zu ziehen.“
Er empfiehlt Rindenmulch besonders am Fuss von Bäumen – dabei solltest du möglichst bei derselben Rindenfamilie bleiben.
„Wenn du eine Eiche hast, nimm am besten Eichenrinde. Wenn du eine Kiefer hast, nimm Kiefernrinde. Aber achte darauf, woher das Material stammt.“
Schau auf den Sack, ob die Rinde aus dem Vereinigten Königreich stammt, und versuche Mulch aus behandeltem Holz zu vermeiden, rät er – auch wenn das nicht immer leicht zu erkennen ist.
„Die Leute kennzeichnen nicht verantwortungsvoll oder korrekt, und das macht es Kunden schwer, verantwortungsvoll zu wählen“, warnt er. „Aber Anbieter wie Crocus und die Blue Diamond Garden Centres fangen an, das besser zu machen: Sie achten darauf, dass ihre Lieferanten ausweisen, was das Produkt ist und woraus es besteht.“
Nicht biologisch abbaubare Materialien
Schiefer, Steinsplitt, Kiesel und Rollkies werden häufig als Mulch verwendet, um die Optik einer Rabatte aufzuwerten; sie helfen ebenfalls, Feuchtigkeit zu sparen und Unkraut zu unterdrücken. Zierglas in Gefässen kann Ähnliches leisten – doch Stanford-Beale sieht auch die möglichen Nachteile.
„Dieser Schiefer und das Glas landen später auf deinem Rasen und ruinieren deinen Rasenmäher. Und für den Rest deines Lebens wirst du dieses Material in deinem Beet wiederfinden. Wenn du also heute etwas nur wegen der Optik ausbringst, stell sicher, dass du es in 20 Jahren immer noch magst – denn es wird dann immer noch da sein.“
Wie dick sollte die Mulchschicht sein?
„Wenn du Unkraut wirklich unterdrücken willst und keine Unkrautfolie verwenden möchtest, sollte dein Mulch etwa 7,5 cm dick aufgetragen werden“, meint er.
„Aber jede Menge hilft – selbst wenn es nur eine dünne Schicht ist, um mehr organische Substanz in den Boden zu bringen.“
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