Nicht jede attraktive Zierpflanze ist automatisch eine gute Wahl für den Garten. Manche Arten wachsen derart schnell und aggressiv, dass sie in natürliche Lebensräume entkommen, heimische Pflanzen verdrängen und damit die Biodiversität beeinträchtigen. Deshalb führen viele Länder Listen invasiver Arten, deren Verkauf, Pflanzung oder Vermehrung gesetzlich eingeschränkt ist. Bevor Sie eine neue Pflanze kaufen, lohnt sich ein kurzer Check, ob sie in Ihrer Region überhaupt zulässig ist.
Was ist eine invasive Pflanze?
Eine invasive Pflanze ist eine Art, die sich leicht über den Standort hinaus ausbreitet, an dem sie ursprünglich kultiviert wurde. Häufig bildet sie sehr viele Samen oder sie verfügt über Wurzeln und Rhizome, aus denen rasch neue Pflanzen entstehen – was die Bekämpfung deutlich erschwert.
Problematisch wird es, weil solche Arten grosse Flächen besiedeln können, den Raum für einheimische Pflanzen verringern, Ökosysteme verändern und sogar Schäden an Bauwerken, Gehwegen oder Rohrleitungen verursachen. Aus diesem Grund setzen zahlreiche Staaten Massnahmen um, um Handel und Anbau zu begrenzen.
Welche Pflanzen stehen häufig auf Listen verbotener Arten?
Welche Arten konkret betroffen sind, hängt vom jeweiligen Land und den lokalen Vorschriften ab. Einige Pflanzen tauchen jedoch immer wieder auf, weil ihr Ausbreitungsverhalten als besonders invasiv gilt. Bevor Sie eine dieser Arten setzen, sollten Sie unbedingt die Regelungen in Ihrer Region prüfen.
Typische Beispiele sind Arten, die sich schnell über Samen oder Rhizome verbreiten und dadurch nur schwer in Schach zu halten sind:
- Fallopia japonica (Japanischer Staudenknöterich)
- Pampasgras (Cortaderia selloana)
- Acacia saligna (Blaue Akazie)
- Ailanthus altissima (Götterbaum)
- Einige Arten des Himalaya-Balsams
- Weitere Pflanzen, die nach lokaler Gesetzgebung als invasive Neophyten eingestuft sind
Wie vermeiden Sie Probleme bei der Pflanzenauswahl für den Garten?
Bevor Sie eine Pflanze erwerben, klären Sie, ob sie in Ihrer Stadt, Ihrem Bundesland oder Ihrem Land als invasiv gilt. Viele Zierpflanzen sehen erlaubten Arten sehr ähnlich – umso wichtiger ist es, Pflanzen bei vertrauenswürdigen Baumschulen zu kaufen und auf eine korrekte Bestimmung zu achten.
Ausserdem ist es sinnvoll, wann immer möglich heimische Arten vorzuziehen. Sie unterstützen die Biodiversität, sind oft besser an das lokale Klima angepasst und verursachen langfristig meist weniger Pflegeaufwand.
- Prüfen Sie, ob die Art in Ihrer Region erlaubt ist
- Bevorzugen Sie nach Möglichkeit heimische Pflanzen
- Kaufen Sie Jungpflanzen in zuverlässigen Baumschulen
- Teilen oder verschenken Sie keine Ableger invasiver Arten
- Kontrollieren Sie Pflanzen, die sich sehr schnell ausbreiten
- Informieren Sie sich über die endgültige Wuchshöhe und -breite der Art
Was tun, wenn Sie bereits eine invasive Pflanze im Garten haben?
Welche Schritte sinnvoll oder erforderlich sind, richtet sich nach den Vorgaben an Ihrem Wohnort. In manchen Ländern dürfen bestimmte Arten nicht mehr verkauft oder vermehrt werden; bereits vorhandene Bestände müssen dann gegebenenfalls „nur“ so gehandhabt werden, dass sie sich nicht weiter ausbreiten. Informieren Sie sich daher vor jeder Massnahme über die für Ihre Region geltenden Umweltvorschriften.
Verantwortungsvolles Handeln trägt dazu bei, dass solche Pflanzen nicht in naturnahe Bereiche gelangen und die lokale Biodiversität schädigen.
Wählen Sie Pflanzen, die den Garten verschönern, ohne der Natur zu schaden
Ein schöner Garten kann gleichzeitig zum Schutz der Umwelt beitragen. Wenn Sie Arten wählen, die zum Klima passen und den gesetzlichen Vorgaben Ihrer Region entsprechen, unterstützen Sie die Biodiversität und vermeiden spätere Probleme mit schwer kontrollierbaren Pflanzen.
Mit etwas Recherche vor dem Pflanzen lässt sich über viele Jahre hinweg ein blühender, ausgewogener und nachhaltiger Garten gestalten.
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