Während im bekannten Sequoia National Park häufig Blechlawinen rollen und Selfie-Sticks den Blick versperren, liegt ein anderer Wald mit ebenso eindrucksvollen Mammutbäumen fast unbemerkt daneben: der Mountain Home Demonstration State Forest in der südlichen Sierra Nevada. Wer kurvige Serpentinen und ein bisschen Abgeschiedenheit in Kauf nimmt, bekommt Kaliforniens Baumgiganten hier in einer Atmosphäre zu sehen, die eher an eine Naturdoku als an einen Freizeitpark erinnert.
Ein stiller Riese: Wo der Wald wieder aufatmet
Der Mountain Home Demonstration State Forest (MHDSF) erstreckt sich über rund 5.000 Acres (etwa 2.000 Hektar) und reicht von etwa 1.460 Metern bis auf etwas über 2.300 Meter Höhe. Betreut wird das Gebiet von der kalifornischen Forstbehörde CAL FIRE – als Forschungsfläche für nachhaltige Forstwirtschaft ebenso wie als ruhiger Rückzugsort für Besucher.
In diesem Wald stehen mehr als 4.500 der ältesten und größten Mammutbäume der Region. Einige sind über 2.000 Jahre alt, werden bis zu 73 Meter hoch und erreichen einen Stammdurchmesser von mehr als 8 Metern. Viele dieser Kolosse haben auch den verheerenden Waldbrand von 2020 überstanden, der ungefähr 40 Prozent der Fläche betraf.
Selbst nach schweren Bränden bleibt der Wald ein Refugium für uralte Baumriesen – und für Menschen, die Ruhe suchen.
Im Anschluss an das Feuer begann ein groß angelegtes Aufforstungsprogramm: Die Giant Sequoia Lands Coalition ließ über 200.000 Setzlinge in die Erde bringen, darunter rund 25.000 junge Mammutbäume. Wer heute durch den Bestand läuft, erlebt eine ungewohnte Mischung aus verkohlten Stämmen, vitalen alten Riesen und frischem, leuchtend grünem Nachwuchs.
Warum hier so wenig los ist – und genau das der Reiz ist
Offizielle Besucherzahlen werden nicht geführt – und schon das sagt einiges aus. Der Wald liegt abseits und ist nur über schmale, kurvenreiche Bergstraßen zu erreichen. Wer beim Fahren schnell unsicher wird, kehrt nicht selten vorher um. Genau daraus entsteht die besondere Stimmung: Selbst in den Ferien bleibt es auffallend still.
Wo anderswo an jeder Ecke Souvenir-Shops warten, gibt es hier vor allem eines: Wald. Dazwischen finden sich allerdings sehr greifbare Spuren von Geschichte, Nutzung und Kultur der Gegend – von archäologischen Fundstellen bis hin zu Überresten alter Sägewerke.
Baumstars im Verborgenen: Genesis, Hercules & Co.
Wie in den berühmten Nationalparks tragen auch hier einige der größten Bäume eigene Namen. Sie stehen über den Staatswald verteilt und reichen teils bis in den angrenzenden Balch Park sowie in das Giant Sequoia National Monument hinein.
- Genesis Tree: Er gilt als 27.-größter Baum der Welt und hat den Brand von 2020 überstanden, auch wenn er dabei etwas an Masse eingebüßt hat.
- Summit Road, Euclid und Adam:
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