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Monty Don: Warum im März Sträucher mit nackten Wurzeln die beste Wahl sind

Mann pflanzt jungen Baum in Beet, umgeben von Gartenwerkzeugen und Pflanzen bei Sonnenschein.

Der Frühling kündigt sich an, und in den Gartencentern stapeln sich bereits die auffälligen Samentüten. Monty Don, der bekannteste TV-Gärtner Grossbritanniens, rät für den März jedoch zu einer deutlich ruhigeren, langfristigen Entscheidung: Statt jedes Beet mit neuen Saaten zu überladen, soll ein eher unspektakuläres, dafür dauerhaftes Element im Mittelpunkt stehen – ein Gehölz, das über Jahre hinweg Struktur, Blüte und Farbe in den Garten bringt.

Warum Monty Don im März auf Sträucher statt auf Saat setzt

Für Monty Don ist der März nicht die Zeit für hektische Versuche, sondern für Massnahmen, die den Garten auf Jahre prägen. Während viele Hobbygärtner noch Samenlisten studieren und ausgefallene Sorten ordern, setzt er auf Pflanzen, die bleiben und mitwachsen.

"Ein einziger Strauch kann Ihr Grundstück jahrzehntelang prägen – weit über eine Saison hinaus."

Wenn sich der Boden langsam erwärmt, die Tage länger werden und die strengsten Fröste meist überstanden sind, sieht er das ideale Pflanzfenster: Gehölze kommen jetzt in die Erde, bevor sie voll austreiben und ihre Kraft in Blattmasse und Blüten investieren. So können die Wurzeln in Ruhe anwachsen, ohne zusätzlichen Druck durch Hitze oder Trockenstress.

Hinzu kommt: Sträucher können weit mehr als „nur“ blühen. Sie schaffen Sichtschutz, gliedern Wege, bremsen Wind, bieten Vögeln Deckung und liefern Insekten Nahrung. Wer Beete vor allem mit Einjährigen bestückt, beginnt jedes Jahr wieder von vorn – Planung, Pflanzung, Pflege. Ein sinnvoll platzierter Strauch dagegen kann, richtig gesetzt, ein ganzes Gärtnerleben lang bestehen.

Was Monty Don unter „holzigen Sträuchern“ versteht

Wenn Monty Don von holzigen Sträuchern spricht, meint er mehrjährige Ziergehölze mit verholzenden Trieben. Typische Beispiele sind unter anderem:

  • Hortensien – opulente Blütenstände, von Weiss bis Dunkelrosa
  • Strauchrosen – klassische, romantische Blüten; viele Sorten duften
  • Viburnum (Schneeball) – frühe Blüte, teils intensiv duftend
  • Philadelphus (Pfeifenstrauch) – häufig als „falscher Jasmin“ bekannt, mit süssem Duft im Frühsommer
  • Kompakte Ziersträucher – zum Beispiel Spiersträucher, Deutzien oder Lavendelheide

Solche Gehölze wirken wie das tragende Gerüst eines Gartens: Sie geben Beeten auch dann Form, wenn im Winter kaum etwas blüht. Wo fast nur Stauden und Sommerblumen stehen, wirkt eine Fläche schnell kahl, sobald die kalte Jahreszeit einsetzt.

Sein Liebling im März: Sträucher mit nackten Wurzeln

Besonders angetan ist Monty Don von Sträuchern, die als Wurzelware angeboten werden – also Pflanzen mit nackten Wurzeln, ohne Topf und ohne Erdballen, direkt vom Feld. In vielen Gartencentern findet man sie gebündelt und beschriftet, aber eben ohne Container.

Diese Variante bringt mehrere handfeste Pluspunkte mit sich:

  • Sie ist häufig preiswerter als Topfware.
  • Die Wurzeln lassen sich im Pflanzloch einfacher auslegen und verteilen.
  • Bei korrekter Pflanzung wachsen die Gehölze oft zügiger an.

Gerade der März passt dafür bestens: Der Boden ist meist noch gut durchfeuchtet, aber nicht mehr eisig, und die Pflanzen stehen kurz vor dem Austrieb. So kann sich zunächst ein kräftiges Wurzelgeflecht bilden, bevor im Frühsommer die ersten wärmeren, trockeneren Phasen beginnen.

Schritt für Schritt: So pflanzt Monty Don Sträucher im März

Damit ein Strauch wirklich jahrzehntelang stabil bleibt, entscheidet die Pflanzung über sehr viel. Monty Don folgt dabei klaren, gut umsetzbaren Grundregeln – egal ob im kleinen Reihenhausgarten oder auf einem grösseren Grundstück.

1. Alte Wurzeln und Unkraut entfernen

Bevor überhaupt gegraben wird, steht die sorgfältige Vorbereitung. Monty Don empfiehlt, ausdauernde Unkräuter wie Giersch oder Quecke im gesamten Pflanzbereich gründlich zu entfernen. Wer hier nachlässig ist, hat später ständig neues Grün genau dort, wo der Strauch seine Wurzeln bildet.

2. Breites, flaches Pflanzloch statt enger Tiefe

Er rät zu einem Pflanzloch, das breit, aber nur relativ flach ausfällt: etwa 20–25 Zentimeter tief und ringsum deutlich weiter als das Wurzelwerk. Der Untergrund wird lediglich etwas gelockert, nicht grossflächig tief umgegraben.

"Die Wurzeln sollen sich seitlich in den gewachsenen Boden ausbreiten – nicht wie eine Spirale im kleinen Schacht feststecken."

Ein wichtiger Punkt dabei: Monty Don empfiehlt ausdrücklich, kein frisches Pflanzsubstrat in das Loch zu geben – weder Kompost noch torffreies Spezialsubstrat noch Blumenerde. Der Strauch soll sich von Beginn an an den vorhandenen Gartenboden anpassen, statt in einem „Luxusnest“ zu sitzen, aus dem er später nur ungern herauswächst.

3. Wurzeln behandeln und platzieren

Wer möchte, kann die nackten Wurzeln vor dem Pflanzen wässern. Monty Don verwendet ausserdem gern Mykorrhiza-Pilze als Pulver, das direkt auf die Wurzeln gegeben wird. Diese Pilze gehen eine Partnerschaft mit der Pflanze ein und unterstützen die Nährstoffaufnahme. Verpflichtend ist das nicht – es kann den Start jedoch erleichtern.

Beim Einsetzen gilt: Der Strauch sollte eher etwas höher als das spätere Bodenniveau sitzen und nicht zu tief. Die Wurzeln werden fächerförmig ausgebreitet, anschliessend wird Erde lagenweise eingefüllt und mit den Händen oder vorsichtig mit dem Fuss angedrückt. Am Ende sollte eine kleine Kuppe entstehen – kein trichterförmiges Loch, in dem sich Wasser sammeln könnte.

4. Kräftig angießen und mulchen

Nach dem Pflanzen wird gründlich angegossen. Damit sollen Hohlräume geschlossen werden, sodass die Wurzeln überall direkten Bodenkontakt bekommen. Anschliessend empfiehlt Monty Don eine dicke Mulchschicht, etwa aus gut verrottetem Kompost, Rindenhumus oder Laub.

Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden, puffert Temperaturschwankungen ab und gibt Nährstoffe nach und nach frei. Entscheidend ist nur: Mulch nicht direkt an den Stamm drücken, damit dort keine Fäulnis entsteht.

Welche Sträucher sich für kleine und grosse Gärten eignen

Nicht jedes Grundstück bietet Platz für grosse Rhododendren oder weit ausladende Flieder. Viele der von Monty Don geschätzten Gehölze sind jedoch auch in kompakteren Sorten erhältlich und eignen sich dadurch sogar für kleine Vorgärten.

Strauch Geeigneter Standort Besonderer Vorteil
Hortensie Halbschatten, humoser Boden Grosse Blütenbälle, lange Blütezeit
Strauchrose Sonne, durchlässiger Boden Duft, oft mehrere Blütenwellen
Viburnum Sonne bis Halbschatten Frühjahrsblüte, teils auch schöne Herbstfärbung
Philadelphus Sonne bis Halbschatten Intensiver Blütenduft am Sitzplatz

Wer nur ein kleines Budget zur Verfügung hat, kann sich den Aufbau leicht machen: Jahr für Jahr im März kommt ein Strauch hinzu. So entsteht nach und nach ein belastbares Grundgerüst, statt dass jedes Frühjahr grosse Flächen wieder mit kurzlebigen Pflanzen neu „gefüllt“ werden.

Was dieser Tipp für deutschsprachige Gärten bedeutet

Auch wenn Monty Don vor allem von britischen Gärten ausgeht, lässt sich sein Ansatz sehr gut auf Deutschland, Österreich und die Schweiz übertragen. In vielen Regionen ist der März ebenfalls ein geeigneter Pflanzmonat – vorausgesetzt, der Boden ist frostfrei und nicht staunass.

In höheren oder kälteren Lagen kann sich das beste Zeitfenster etwas nach hinten schieben, eher Richtung Ende März oder Anfang April. Am Prinzip ändert das nichts: Gehölze möglichst früh im Jahr setzen, damit sie vor den Sommerwochen ausreichend einwurzeln.

Gerade mit Blick auf häufiger werdende Trockenphasen spielen tiefer wurzelnde Gehölze ihre Vorteile aus. Sie kommen in der Regel besser durch längere Hitzeperioden als flach wurzelnde Sommerblumen in dünnen Bodenschichten.

Typische Fehler beim Sträuchersetzen – und wie man sie vermeidet

Wenn Sträucher kümmerlich bleiben, liegt es oft nicht an fehlender „Spezialpflege“, sondern an wiederkehrenden Grundfehlern. Statt sofort zu mehr Dünger oder neuer Erde zu greifen, lohnt sich der Blick auf die Basis:

  • Zu tief gepflanzt: Der Wurzelhals sollte sichtbar bleiben. Sitzt das Gehölz zu tief, kann Fäulnis entstehen.
  • Zu enges, zu tiefes Loch: Dann drehen die Wurzeln im Kreis, anstatt sich in die Breite zu entwickeln – das bremst die Etablierung.
  • Trockener Frühling: Frisch gesetzte Gehölze müssen im ersten Jahr regelmässig gegossen werden, besonders bei Wind.
  • Kein Rückschnitt: Einige Sträucher profitieren nach dem Pflanzen von einem leichten Formschnitt, damit sie besser verzweigen.

Wer diese Punkte beachtet und sich an Monty Dons Vorgehen orientiert, legt robuste, pflegearme Strukturen an, die nicht jedes Jahr neu teuer erkauft werden müssen.

Warum ein einziger Strauch den ganzen Garten verändern kann

Ein gut platzierter Strauch kann im Garten wirken wie ein Möbelstück im Aussenraum: Er fasst eine Terrasse ein, betont den Eingang, setzt am Ende eines Weges einen Blickpunkt oder trennt Nutzbereich und Sitzplatz klar voneinander.

Viele Hobbygärtner unterschätzen diese Wirkung, weil sie vor allem auf Blütenfarben schauen. Monty Dons Empfehlung lenkt den Blick auf eine andere Leitfrage: Wie soll der Garten im Frühling, Sommer, Herbst und Winter wirken – und nicht nur zur Hochsaison?

Wer den März nutzt, um bewusst einen langlebigen Strauch zu setzen, entwickelt den Garten Schritt für Schritt weiter, statt jedes Jahr wieder bei null anzufangen. Genau darin liegt der besondere Wert dieser vermeintlich unspektakulären Entscheidung: Mit jedem Frühjahr macht sie sich stärker bemerkbar.

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