Ein Zuhause einzurichten bedeutet weit mehr, als nur schöne Möbel auszusuchen oder den aktuellen Trends zu folgen. Wenn der Einrichtungsstil zu den Gewohnheiten, Bedürfnissen und Vorlieben der Menschen passt, die dort leben, entsteht meist ein Ort, der sich komfortabler anfühlt, gut funktioniert und echte Persönlichkeit ausstrahlt.
Damit alle, die nicht wissen, wie sie anfangen sollen, einen klaren Einstieg finden, nennt Sandra Nita, Architektin bei Vila 11, einige Tipps, um den Einrichtungsstil zu erkennen, der am besten zur eigenen Persönlichkeit passt. Hier sind ihre Hinweise.
1. Beginnen Sie mit Selbsterkenntnis
Bevor es um Farben oder Möbel geht, sollten Sie erst einmal verstehen, wie Sie tatsächlich wohnen und leben. Laut Sandra Nita ist genau das die Grundlage jedes Projekts. „Einrichtung muss über das Optische hinausgehen. Sie sollte übersetzen, wie eine Person lebt, welche Bedürfnisse sie im Alltag hat und was ihr dabei hilft, sich zu Hause wohlzufühlen“, erklärt sie.
Viele Menschen orientieren sich an Inspirationen aus sozialen Netzwerken oder aus Magazinen – doch diese Ideen lassen sich nicht immer sinnvoll auf den eigenen Lebensstil übertragen. Häufig entstehen dadurch Räume, die wenig praktisch sind oder die Persönlichkeit der Bewohnerinnen und Bewohner nicht wirklich widerspiegeln.
2. Beobachten Sie Ihre Routine, bevor Sie einrichten
Damit die Entscheidungen wirklich passen, ist entscheidend, wie jeder Raum im Alltag genutzt wird. Die Architektin empfiehlt, sich vor der Stilfrage zu überlegen, ob der Bereich eher zum Entspannen, Arbeiten oder zum Empfang von Gästen dienen soll, zu welchen Tageszeiten er genutzt wird, wie oft das passiert und welche Tätigkeiten dort stattfinden. Dieses Verständnis erleichtert praktische Festlegungen – etwa zur Möblierung, zur Lichtplanung und zu Materialien.
3. Erkennen Sie Ihre wiederkehrenden Vorlieben
Ein weiterer wichtiger Schritt ist, aufmerksam wahrzunehmen, was Sie von sich aus anzieht. Dazu gehören Farben, die Sie mit Geborgenheit oder Energie verbinden, ebenso wie Materialien, mit denen Sie gern leben – etwa Holz, Textilien oder Metalle. Auch die Stimmung, die Sie beim Betreten Ihres Zuhauses spüren möchten, spielt eine Rolle: Ruhe, Wärme oder eher Anregung. „Wenn man diese Muster erkennt, lässt sich ein stimmiger Stil aufbauen, statt fertige Vorlagen zu kopieren, die nicht zu Ihrer Routine passen“, analysiert die Architektin.
4. Mischen Sie Stile mit Maß und Balance
Für Sandra Nita gibt es in der Einrichtung keine einzige feste Regel. Unterschiedliche Stile zu kombinieren kann sogar eine sehr interessante Lösung sein – vorausgesetzt, die ausgewählten Elemente werden ausgewogen zusammengestellt.
5. Setzen Sie auf zeitlose Entscheidungen
Wer eher zeitlose Elemente wählt, sorgt dafür, dass der Raum auch über Jahre hinweg passend bleibt – und reduziert damit den Druck, ständig umzubauen oder auszutauschen. Kurzlebige Trends sollten besser bei Dingen landen, die sich leicht ersetzen lassen, zum Beispiel bei Kissen, Dekorationsobjekten oder Bildern.
„Wenn ein Raum personalisiert geplant wird, wird er zu mehr als nur einer hübschen Kulisse und zu einer Verlängerung des Lebens der Menschen, die dort wohnen“, betont Sandra Nita.
Wer diese Schritte beachtet, richtet nicht nur nach ästhetischen Kriterien ein, sondern schafft eine Wohnung, die Funktionalität, Komfort und Authentizität vereint – und damit ein Zuhause, das seine Bewohnerinnen und Bewohner wirklich repräsentiert.
Von Fernanda Santos
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