Wenn du Kaffeesatz in die Erde am Fuss einer Tomatenpflanze gibst, bringst du zusätzliche organische Substanz und geringe Mengen an Nährstoffen ins Beet oder in den Topf. Wichtig ist, dass der Rückstand abgekühlt und trocken ist und nur sparsam eingesetzt wird: Zu dicke Schichten können die Oberfläche verdichten, zu viel Wasser festhalten und den Luftaustausch im Boden beeinträchtigen.
Welche Vorteile hat Kaffeesatz für die Tomatenpflanze?
Gebrauchter Kaffeesatz enthält weiterhin organische Bestandteile und kann im Mittel ungefähr 2% Stickstoff aufweisen – je nach Kaffee und Zubereitung schwankt dieser Anteil. Der Nährstoff steht den Wurzeln nicht sofort zur Verfügung, weil zunächst Bodenmikroorganismen das Material zersetzen müssen, damit ein Teil davon freigesetzt wird.
Stickstoff wird für den Aufbau von Proteinen und weiteren lebenswichtigen Molekülen benötigt. Bei Tomaten fördert er vor allem Blatt- und Triebwachstum, das für eine gute Photosynthese wichtig ist; während Blüte und Fruchtbildung sollte er jedoch nicht im Übermass gegeben werden.
- Erhöht den Anteil an organischer Substanz im Boden;
- Liefert Stickstoff mit langsamer, schrittweiser Freisetzung;
- Versorgt einen Teil der zersetzenden Bodenorganismen;
- Kann die Struktur des Substrats verbessern, wenn er gut eingearbeitet wird;
- Hilft, Küchenabfälle sinnvoll weiterzuverwenden.
Warum muss der Kaffeesatz vor der Anwendung trocken sein?
Feuchter Kaffeesatz verklumpt schnell und kann bei der Lagerung schimmeln. Zum Trocknen reicht es, ihn in einer dünnen Schicht auf einem Tablett oder Blech zu verteilen, an einem gut belüfteten Ort stehen zu lassen und gelegentlich umzurühren, bis die Körnchen wieder locker sind.
- Warte, bis der Kaffeesatz vollständig abgekühlt ist;
- Verteile den Rückstand, statt ihn als Haufen liegen zu lassen;
- Bewahre ihn nicht feucht in einem geschlossenen Behälter auf;
- Entsorge Portionen mit unangenehmem Geruch oder starkem Schimmelbefall;
- Mische keinen Zucker, keine Milch und keine Süssstoffe in die Erde.
Wie bringt man Kaffeesatz in die Erde, ohne die Wurzeln zu schädigen?
Der Kaffeesatz sollte nur als sehr dünner Film rund um die Tomatenpflanze ausgebracht werden, ohne den Stängel direkt zu berühren. Anschliessend kann er leicht in die obere Erdschicht eingearbeitet oder besser vorher mit reifem Kompost vermischt werden, damit keine feste Kruste entsteht, die Wasser- und Sauerstoffaustausch behindert.
Eine pauschale Menge für alle Töpfe und Beete gibt es nicht. Entscheidend sind Erdvolumen, Drainage und welche weiteren Dünger du nutzt. Am sichersten ist es, kleine Mengen zu geben, die Entwicklung der Pflanze zu beobachten und mit ausgereiftem Kompost abzuwechseln – statt den täglich anfallenden Kaffeesatz immer am selben Platz in einem Schwung auszubringen.
Kann zu viel Kaffeesatz die Tomatenpflanze „verblättern“ lassen?
Ein Stickstoffüberschuss kann dazu führen, dass die Pflanze viele Triebe und Blätter bildet, während Blüten und Tomaten zurückbleiben. Ausserdem neigt stark konzentrierter Kaffeesatz dazu, die Oberfläche zu verdichten und das Substrat länger feucht zu halten. Mit diesen Massnahmen lässt sich das Risiko verringern:
- Gib Kaffeesatz nicht täglich;
- Setze die Anwendung aus, wenn die Erde dauerhaft nass bleibt;
- Achte darauf, ob viele Blätter, aber nur wenige Blüten erscheinen;
- Verwende den Rückstand nicht als einzigen Dünger;
- Stelle die Tomatenpflanze sonnig und luftig auf.
Kaffeesatz wirkt am besten als Ergänzung im Anbau
Kaffeesatz allein deckt den Nährstoffbedarf einer Tomatenpflanze nicht vollständig. Zusätzlich werden Phosphor, Kalium, Calcium und weitere Elemente gebraucht – besonders in der Phase, in der Blüten und Früchte entstehen. Deshalb funktioniert der Rückstand am zuverlässigsten in Kombination mit einem ausgewogenen, reifen Kompost und einer passenden Bewässerung.
Ein moderater Einsatz folgt demselben Prinzip wie bei anderen Gartenpflanzen, die Kaffeesatz vertragen. Statt zu versuchen, den pH-Wert des Bodens mit dem Rückstand zu verändern, ist es sinnvoller, den pH gezielt zu messen und Kaffeesatz als ergänzende Quelle organischer Substanz für die Tomatenpflanze zu behandeln.
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