Zum Inhalt springen

Geschnittene PET-Flaschen als Schutz für Setzlinge

Hand schützt kleine Pflanze im Garten vor Kälte durch eine durchsichtige Plastikflasche in Hochbeet.

Aus geschnittenen PET-Flaschen lassen sich kleine, individuelle Abdeckungen für frisch gepflanzte Setzlinge machen. Rund um die Pflanze platziert, mindern sie die Wucht von Windböen, erschweren manchen bodenkriechenden Schädlingen den Zugang und schaffen ein geschützteres Mikroklima, solange Wurzeln und Stängel im Beet noch anwachsen.

Warum eine PET-Flasche über den Setzling stülpen?

In den ersten Tagen nach dem Umsetzen hat der Setzling meist noch ein kleines Wurzelsystem und verliert unter Umständen schneller Wasser, als er es aufnehmen kann. Eine transparente Flasche ohne Boden wirkt dann wie ein Windschutz und reduziert den direkten Kontakt von Nacktschnecken, Schnecken und einigen Raupen mit jungen Blättern und zarten Stängeln.

Das Gefäss besteht aus Polyethylenterephthalat, kurz PET – einem leichten, durchsichtigen Kunststoff. Durch die Transparenz gelangt Licht an die Pflanze, gleichzeitig ist Vorsicht nötig, weil sich die Luft im Inneren bei starker Sonne rasch aufheizen kann.

  • Schützt Setzlinge vor starkem Wind;
  • Erschwert das Erreichen durch einige kriechende Schädlinge;
  • Verringert Schäden durch heftigen Regen;
  • Hilft, die Feuchtigkeit rund um die Pflanze zu halten;
  • Dient als vorübergehender Schutz, bis die Wurzeln etabliert sind.

Wie wird aus der Flasche ein Mini-Gewächshaus?

Eine saubere Flasche kann unten abgeschnitten und über den Setzling gesetzt werden. Damit sie stabil steht, wird der Rand leicht in die Erde gedrückt. Der Flaschenhals zeigt nach oben – über die Öffnung (wo vorher der Deckel sass) lässt sich die Luftzirkulation steuern.

Warum sollte der Deckel offen bleiben?

Die Belüftung ist einer der entscheidenden Punkte dieser Methode. Der transparente Kunststoff hält Wärme und Feuchtigkeit teilweise zurück; bleibt die Flasche vollständig geschlossen, können sich an sonnigen Tagen sehr hohe Temperaturen bilden. Das kann zu Welke, Blattverbrennungen und im schlimmsten Fall zum Absterben des Setzlings führen.

Wenn der Flaschenhals offen bleibt, kann heisse Luft leichter entweichen und übermässige Kondensation nimmt ab. Bei starker Hitze kann es nötig sein, die Abdeckung während der heissesten Stunden abzunehmen oder sie nur nachts sowie an windigen Tagen zu verwenden.

  • Deckel abnehmen, damit Luft zirkulieren kann;
  • Die Flasche bei starker Sonne nicht geschlossen lassen;
  • Auf zu viel Kondenswasser an den Innenwänden achten;
  • Blätter vom sehr warmen Kunststoff fernhalten;
  • Bei extremer Hitze den Schutz vorübergehend entfernen.

Gegen welche Schädlinge kann diese Barriere helfen?

Der Kunststoffrand bildet ein Hindernis für Tiere, die über den Boden zur Pflanze gelangen – besonders für Nacktschnecken, Schnecken und einige Raupen. Setzlinge mit geschnittenen Flaschen zu schützen, hält allerdings keine fliegenden Insekten ab und ersetzt auch nicht die Kontrolle der Blätter. Es kann jedoch gerade in der empfindlichen Phase Schäden reduzieren, in der schon ein einziger Frassbiss einen grossen Teil der jungen Pflanze beeinträchtigt.

Wann ist es Zeit, den Schutz zu entfernen?

Das Mini-Gewächshaus aus einer PET-Flasche sollte als kurzfristige Massnahme verstanden werden. Sobald der Stängel kräftiger wird, neue Blätter nachkommen und die Pflanze an die Innenwand des Behälters stösst, reicht der Platz nicht mehr aus – zudem können Luftaustausch und Wachstum dann eher behindert werden.

Am besten erfolgt das Abnehmen schrittweise: den Setzling zunächst für ein paar Stunden ohne Abdeckung lassen und sie erst danach ganz entfernen. Mit stärker entwickelten Wurzeln und an die Aussenbedingungen angepassten Blättern verträgt die Pflanze Wind, Temperaturschwankungen und kleinere Schäden besser – damit ist die Aufgabe der Flasche im Beet erfüllt.


Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen