Ein Lehmofen macht den Garten zum Ort, an dem sich Brot, Pizza, Empanadas, Fleisch und Gemüse bei starker, gleichmässiger Hitze backen und garen lassen. Damit die Kuppel nicht schon bei den ersten Einsätzen reisst, braucht es ein tragfähiges Fundament, eine gut abgestimmte Lehmmischung, wirksame Wärmedämmung und eine langsame, kontrollierte Trocknung (Curing).
Welche Materialien sind für den Aufbau des Ofens nötig?
Bevor es losgeht, sollten die Materialien für Fundament, Boden, Kuppel und Aussenhülle bereitliegen. Ein Lehmofen muss Gewicht tragen und hohe Temperaturen inklusive Ausdehnung verkraften – deshalb übernimmt jede Schicht eine klar definierte Aufgabe.
- Normale Ziegel, um den Sockel und Teile der tragenden Konstruktion aufzubauen.
- Schamottsteine oder sauber verlegte normale Ziegel für den Innenboden.
- Lehmhaltige Erde, Sand und Stroh für die Lehmmasse.
- Grobes Salz, Glas oder ein anderes Dämmmaterial, um Wärmeverluste über die Basis zu verringern.
- Metalltür sowie ein Rohr für den Rauchabzug.
Wie entsteht ein stabiles Fundament im Garten?
Der Sockel sollte so hoch sein, dass die Arbeitshöhe etwa auf Taillenhöhe liegt – so lassen sich Bleche und Formen leichter einschieben und herausnehmen. Am besten eignet sich ein ebener, gut belüfteter Platz, mit Abstand zu brennbaren Wänden, trockenem Bewuchs, niedrigen Dächern und Bereichen, in denen Kinder häufig vorbeilaufen.
Sind die Stützwände aus Ziegeln mit Mörtel hochgezogen, folgt obenauf eine Dämmschicht. Diese Lage sorgt dafür, dass die Hitze im Lehmofen bleibt, statt beim Backen und Garen nach unten in die Konstruktion abzuwandern.
Warum brauchen Boden und Kuppel so viel Aufmerksamkeit?
Der Innenboden hat direkten Kontakt mit Glut, Backblechen und Lebensmitteln. Entsprechend muss er eben, stabil und sauber ausgeführt sein. Die Steine werden dicht nebeneinander auf eine dünne Schicht Lehm gesetzt – zu viel Zement an Stellen, die sich bei Hitze ausdehnen, sollte vermieden werden.
- Vor dem Aufmauern der Kuppel den Mittelpunkt des Ofens markieren.
- Halbe Ziegel verwenden, um die runde Form leichter zu erreichen.
- Die Frontöffnung passend zu den Innenmassen dimensionieren.
- Platz für Schornstein bzw. Rauchabzug einplanen.
- Aussen eine Lehmschicht mit Stroh auftragen, um die Dämmwirkung zu verbessern.
Wie wird der Ofen vor dem ersten Einsatz richtig getrocknet (Curing)?
Das Curing ist entscheidend, um grössere Risse zu vermeiden. Nach dem Bau steckt im Lehm noch Feuchtigkeit – wird sofort stark geheizt, erwärmt sich das Wasser im Inneren zu schnell und es können Risse in der Kuppel entstehen.
Die Trocknung sollte schrittweise erfolgen: mehrere Tage hintereinander nur kleine Feuer machen und dabei Rauchentwicklung, feine Risse und das Abtrocknen der Oberfläche beobachten. Wenn der Innenraum durch die Hitze sichtbar heller wird und die Konstruktion stabil bleibt, ist der Lehmofen deutlich besser auf eine vollständige Befeuerung vorbereitet.
Wie nutzt man den Lehmofen nach dem Bau sicher?
Ein Lehmofen sollte mit trockenem Holz betrieben werden, mit kontrollierter Luftzufuhr und Werkzeugen, die für hohe Temperaturen ausgelegt sind. Dicke Handschuhe, ein Ofenschieber und ein wachsames Auge auf den Rauch helfen, Verbrennungen, Unfälle und Wärmestau in angrenzenden Gartenbereichen zu vermeiden.
Nach dem Aufheizen hält der Ofen die Temperatur lange und ermöglicht mehrere Zubereitungen hintereinander. Pizza und Brot profitieren von der stärksten Anfangshitze, während Fleisch, Gemüse und langsamere Braten besser gelingen, wenn die Glut bereits zurückgegangen ist und die Kuppel die Wärme gleichmässig verteilt.
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