Nach monatelanger Vorfreude auf die erste Ernte vom Balkon oder aus dem Beet kommt manchmal die Ernüchterung: Die Tomaten sehen perfekt aus, schmecken aber eher sauer als süß. In Gartenforen hält sich seit Jahren ein unkomplizierter Tipp mit einem ganz normalen Küchenprodukt, der den Geschmack milder machen und Tomaten süßer erscheinen lassen soll. Das wirkt zunächst wie Zauberei – lässt sich aber durchaus plausibel erklären.
Warum viele Gartentomaten weniger süß schmecken als erhofft
Selbst angebaute Tomaten gelten zwar oft als aromatischer als Ware aus dem Supermarkt. Dennoch ist die erste Sommerernte nicht selten säuerlicher, als man es sich wünscht. Dafür kommen mehrere Faktoren zusammen:
- Sorte: Nicht jede Tomate wurde auf ausgeprägte Süße gezüchtet. Cocktail- und Cherrytomaten bringen in der Regel mehr Zucker mit als große Fleischtomaten.
- Reifegrad: Werden Tomaten zu früh geerntet, lagern sie weniger Zucker ein und wirken geschmacklich spitzer.
- Licht und Wärme: Wenig Sonne, kühle Nächte oder ein verregneter Sommer können den Zuckergehalt senken.
- Bodenverhältnisse: Bei stark sauren Böden werden Früchte insgesamt häufig als säuerlicher wahrgenommen.
Gerade am letzten Punkt setzen viele Hobbygärtner an – und nutzen dafür ein altbekanntes Pulver aus der Küche.
Natron als Küchenpulver: So wirken Tomaten milder
Gemeint ist gewöhnliches Natron, meist als Speisenatron oder Haushaltsnatron erhältlich. Die Grundidee: Die leicht alkalische Substanz beeinflusst das Säuremilieu im Boden, direkt im Bereich der Wurzeln. Dadurch sollen Tomaten weniger „scharf“ wirken, für manche auch bekömmlicher sein – und im Gesamteindruck süßer schmecken.
Natron süßt Tomaten nicht wie Zucker, sondern nimmt ihnen einen Teil der wahrgenommenen Säure.
Es handelt sich also eher um eine Verschiebung der wahrgenommenen Säure als um eine echte Erhöhung des Zuckers. Aus der Küche ist das Prinzip bekannt: Eine winzige Prise Natron kann eine sehr säurelastige Tomatensoße runder machen, ohne dass man gleich löffelweise Zucker ergänzen muss.
So wird der Trick im Beet angewendet
Wer das ausprobieren möchte, arbeitet unbedingt mit sehr kleinen Mengen. In der Praxis haben sich unter Hobbygärtnern vor allem zwei Zeitfenster etabliert: direkt beim Einpflanzen und später im Verlauf der Saison.
Natron bei der Pflanzung einsetzen
Beim Setzen der Jungpflanzen wird nach Erfahrungsberichten häufig so vorgegangen:
- Pflanzloch wie üblich ausheben und mit Erde oder etwas Kompost vorbereiten.
- Etwa eine kleine Teelöffelmenge Natron auf den Boden des Pflanzlochs geben.
- Mit etwas Erde bedecken, damit das Pulver nicht unmittelbar an die Wurzeln gelangt.
- Tomatenpflanze einsetzen und gründlich angießen.
So liegt das Natron wie ein kleiner Puffer im Wurzelraum. Besonders dann, wenn der Gartenboden ohnehin eher sauer ist, soll sich das bemerkbar machen.
Fein dosierte Gabe während der Saison
Manche Gärtner gehen noch weiter und geben später im Sommer winzige Mengen ringförmig um den Stängel auf die Erde, zum Beispiel:
- einmal, wenn die Früchte ungefähr Kirschgröße erreicht haben
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