Einen Garten in ein Rückzugsgebiet für Vögel und Schmetterlinge zu verwandeln, hängt zu einem grossen Teil von der Pflanzenauswahl ab. Manche Arten liefern besonders viel Nektar, tragen begehrte Früchte oder bieten geschützte Plätze zum Verstecken – so entsteht ein Umfeld, in dem Wildtiere Nahrung und Sicherheit finden. Mit ein paar klugen Entscheidungen können sogar kleine Flächen regelmässig von Amseln, Tangaren, Kolibris und verschiedenen Schmetterlingsarten besucht werden. Dadurch rücken natürliche Abläufe näher an den Alltag heran, die man sonst oft eher in Parks oder ländlichen Gegenden erlebt.
Welche Pflanzen sind am besten geeignet, um Vögel und Schmetterlinge anzulocken?
Zu den bewährten Optionen im ökologischen Landschaftsbau zählen fünf Arten, die besonders stark auf die Tierwelt wirken: Rote Garnelenpflanze (Justicia brandegeeana), Lantane (Lantana camara), Hibiskus (Hibiscus rosa-sinensis), Rio-Grande-Kirsche (Eugenia involucrata) und Gelber Ipê (Handroanthus albus oder H. chrysotrichus). Zusammen decken sie Nektar, Pollen, Früchte und Schutzmöglichkeiten in unterschiedlichen Höhen ab.
Die Rote Garnelenpflanze wird von Kolibris häufig angeflogen, weil ihre ährenförmigen Blüten besonders nektarreich sind und in warmem Klima fast das ganze Jahr über erscheinen. Die Lantane bildet bunte Blütenstände, die Schmetterlinge anziehen, und entwickelt zudem kleine Früchte, die bei fruchtfressenden Vögeln beliebt sind. Der Hibiskus dient mit seinen grossen, auffälligen Blüten wiederum als gut sichtbare Futterstelle für Kolibris und bestäubende Insekten.
Sehen Sie sich ein Video auf dem YouTube-Kanal Vila Nina TV an, das 6 Pflanzenarten zeigt, die ideal sind, um Schmetterlinge anzulocken:
Wie ordnet man die Pflanzen im Garten an, damit die Fauna profitiert?
Damit der Garten tatsächlich zu einem lebendigen Anlaufpunkt wird, lohnt es sich, die Arten in Schichten zu platzieren – ähnlich wie am Rand eines kleinen Waldstücks. Auf diese Weise finden unterschiedliche Vögel und Insekten Nahrung und Unterschlupf in verschiedenen Höhen, was das Geschehen im Tagesverlauf abwechslungsreicher macht.
- Hohe Schicht – Gelber Ipê: bietet eine Krone als Landeplatz, Schutz und moderaten Schatten.
- Mittlere Schicht – Hibiskus und Rio-Grande-Kirsche: Blüten und Früchte in einer Höhe, die für Vögel gut erreichbar ist.
- Untere Schicht – Rote Garnelenpflanze und Lantane: bilden dichte Pflanzgruppen, die Schmetterlinge und Kolibris in Bodennähe anziehen.
Wie lassen sich Rote Garnelenpflanze, Lantane und Hibiskus mit wenig Aufwand kultivieren?
Die Rote Garnelenpflanze wächst am liebsten im Halbschatten oder bei gefilterter Sonne, in leicht feuchter Erde mit viel organischer Substanz. Giessen sollte man regelmässig, jedoch ohne Staunässe. Ein leichter Rückschnitt pro Jahr hält die Pflanze kompakt und fördert neue Blüten – besonders im Frühling.
Die Lantane gilt als robust, entwickelt sich in voller Sonne sehr gut, übersteht kurze Trockenphasen und kommt mit gut drainierten Böden zurecht. Der Hibiskus braucht für einen grossen Teil des Tages direkte Sonne, nährstoffreiche Erde und gleichmässige Wassergaben. Er reagiert positiv auf organische Düngung im Abstand von drei Monaten sowie auf einen Schnitt am Ende des Winters, der die Pflanze verjüngt und die Blütenfülle steigert.
Wie machen Rio-Grande-Kirsche und Gelber Ipê den Garten das ganze Jahr über lebendiger?
Die Rio-Grande-Kirsche ist ein Strauch oder mittelgrosser Baum, der sich in Hausgärten gut etablieren kann, wenn er volle Sonne sowie feuchten, tiefgründigen Boden erhält. Nach einigen Jahren beginnt sie zu fruchten und lockt Amseln, Tangaren und weitere Vogelarten an, die besonders zur Reifezeit der Früchte häufiger vorbeischauen.
Der Gelbe Ipê benötigt direkte Sonne und einen gut durchlässigen Boden; eine regelmässigere Bewässerung ist vor allem in der Anfangsphase der Bewurzelung wichtig. Seine kräftige Blüte gegen Ende des Winters oder zu Beginn des Frühlings liefert Pollen und Nektar für Bienen und Schmetterlinge. Gleichzeitig dient der Baum insektenfressenden Vögeln als Anlaufstelle und unterstützt so, dass der Garten wie ein kleiner ökologischer Korridor zwischen Stadtbereichen und Restflächen einheimischer Vegetation funktioniert.
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