Wenn eine Orchidee keine Blüten mehr bildet, obwohl ihre Blätter weiterhin grün und kräftig aussehen, ist das für viele Pflanzenfreunde ein bekanntes Bild. Bevor zu chemischen Düngern gegriffen wird, setzen etliche Hobbygärtner auf einen ganz einfachen Küchenrest: Eierschalen. Weil sie viel Calcium und weitere Mineralstoffe enthalten, können sie die Nährstoffversorgung der Pflanze sinnvoll ergänzen – vorausgesetzt, sie werden richtig vorbereitet. Fachleute betonen jedoch, dass Eierschale nur eine Ergänzung zu den Grundlagen ist und weder ausreichendes Licht noch korrektes Giessen oder einen ausgewogenen Orchideendünger ersetzt.
Warum Eierschale Orchideen helfen kann
Eierschalen bestehen überwiegend aus Calciumcarbonat und enthalten ausserdem kleine Mengen Magnesium sowie weitere Mineralstoffe. Calcium trägt zur Bildung stabiler Zellwände bei, unterstützt die Wurzelentwicklung und kann helfen, das Gleichgewicht im Substrat zu beeinflussen – alles Faktoren, die wichtig sind, damit eine Orchidee überhaupt die Voraussetzungen hat, neue Blütentriebe anzulegen.
Trotzdem entscheidet nicht ein einzelner Stoff über die Blüte. Die meisten Orchideen brauchen vor allem helles, indirektes Licht, eher sparsame Wassergaben mit Pausen dazwischen, ein gut drainierendes Substrat und passende Temperaturen. Wenn diese Bedingungen nicht stimmen, kann Eierschale allein keine Blüte „erzwingen“.
Im YouTube-Kanal Matos Orquídeas gibt es ein Video, das zeigt, in welchen Situationen Eierschalen bei Orchideen sinnvoll eingesetzt werden.
Wie bereitet man diesen natürlichen Dünger zu?
Die Herstellung ist unkompliziert, erfordert aber ein wenig Sorgfalt, damit es weder zu unangenehmen Gerüchen noch zu Verunreinigungen kommt. Am besten eignen sich ausschliesslich saubere und vollständig getrocknete Schalen.
Nach dem Zerkleinern lässt sich daraus ein mineralstoffreiches Wasser ansetzen, das gelegentlich beim Giessen verwendet wird.
- Eierschalen gründlich abspülen.
- Etwa fünf Minuten lang auskochen.
- Komplett trocknen lassen.
- So fein wie möglich zu Pulver zermahlen.
- Das Pulver in ein Gefäss mit Wasser geben und rund vier Stunden ziehen lassen.
- Die Mischung abseihen und das verdünnte Wasser einmal pro Monat zum Giessen des Substrats verwenden.
Wann anwenden – und welche Vorsicht ist wichtig?
Am sinnvollsten ist diese Ergänzung nach dem Ende der Blüte oder dann, wenn die Orchidee beginnt, neue Blätter und Wurzeln zu bilden. In dieser Phase wächst die Pflanze aktiv und kann verfügbare Nährstoffe besser nutzen.
Ebenso wichtig ist, Überdosierungen zu vermeiden. Bei zu häufiger Anwendung können sich Mineralrückstände im Substrat anreichern. Treten weissliche Ablagerungen, unangenehme Gerüche oder Schimmelanzeichen auf, sollte die Anwendung sofort pausiert und das Substrat nur mit klarem Wasser durchgespült werden.
- Nur sehr gut hygienisierte Eierschalen verwenden.
- So fein wie möglich zermahlen.
- Höchstens einmal pro Monat anwenden.
- Einen speziellen Orchideendünger nicht ersetzen, wenn er erforderlich ist.
- Die Pflanze hell stellen, aber vor intensiver, direkter Sonne schützen.
- Erst giessen, wenn das Substrat nahezu trocken ist.
Lohnt sich Eierschale für Orchideen?
Richtig dosiert kann Eierschale eine interessante Ergänzung sein, um Orchideen zusätzlich mit Calcium zu versorgen und zugleich Küchenabfälle zu verwerten. Wundereffekte sind davon aber nicht zu erwarten. Ob eine Orchidee blüht, hängt weiterhin vor allem von Licht, passender Luftfeuchtigkeit, Temperatur und einer insgesamt korrekten Pflege ab.
Entscheidend für eine gesunde Orchidee bleibt das Zusammenspiel aus Licht, Giessen, Luftbewegung und Nährstoffversorgung. Eierschale kann Teil dieser Routine sein, ersetzt die grundlegenden Massnahmen jedoch nicht.
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