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Abdeckplane im Garten: Warum sie Schlangen anzieht und was Sie tun können

Mann entdeckt eine Schlange unter einer Plane im Garten an einem sonnigen Herbsttag.

Sobald im Frühling wieder mehr Sonne da ist, beginnt in vielen Gärten die Arbeit: Rasen wird gemäht, Beete werden vorbereitet, Gartenmöbel kommen aus Schuppen und Garage. Dabei bleibt ein eher unauffälliges Zubehör häufig einfach ausgebreitet liegen – und wird unbemerkt zu einem idealen Unterschlupf für Schlangen, nur wenige Meter von Terrasse, Spielbereich oder Haustür entfernt.

Warum Schlangen dieses Gartenaccessoire so lieben

In sehr vielen Fällen ist der Auslöser derselbe: eine ausgelegte Abdeckplane oder Folie, meist dunkel, meist aus Kunststoff. Sie liegt auf dem Rasen, auf dem Kompost oder über einem Holzstapel – flach, schnell warm und auf den ersten Blick völlig harmlos.

Für Schlangen ist so ein Platz jedoch ausgesprochen attraktiv. Als wechselwarme Tiere steuern sie ihre Körpertemperatur über die Umgebung. Nach der Winterruhe suchen sie gezielt Stellen mit ungefähr 25 bis 30 Grad, möglichst windgeschützt, mit etwas Bodenfeuchte.

„Eine dunkle Plane auf dem Boden wirkt wie ein natürlicher Heizkörper: oben Sonne, darunter Wärme und Schutz – perfekt für Schlangen.“

Die dunkle Oberfläche nimmt Sonnenenergie stark auf, der Untergrund hält die Wärme, und die Luftschicht darunter bleibt ruhig. So entsteht ein kleines Mikroklima, das sich deutlich von der kühleren Umgebung absetzt. Von der Terrasse aus wirkt es wie ein dunkles Rechteck am Boden – darunter kann sich aber eine Ringelnatter oder eine andere heimische Schlangenart aufwärmen: verborgen, aber in unmittelbarer Nähe zum Haus.

Weitere „Schlangenmagnets“ im Garten: nicht nur Planen gefährlich

Nicht nur eine Plane kann zum Problem werden. In vielen Gärten finden sich gleich mehrere solcher flachen „Versteckflächen“, oft schon seit Jahren:

  • alte Metallplatten oder Wellblech direkt auf der Erde
  • Faserzementplatten oder große Holzplatten, die im Rasen abgelegt wurden
  • Holzstapel ohne Unterbau, also direkt auf dem Boden
  • Komposthaufen, die mit Folie oder Brettern abgedeckt sind

Solche Gegenstände schaffen niedrige, geschützte Hohlräume mit warmer Luft und dunklen Nischen. Genau dorthin ziehen sich Schlangen zurück – etwa nach dem Sonnen, zur Häutung oder auf der Suche nach Mäusen und anderen Kleintieren.

Frühjahrsputz im Garten: so reduzieren Sie Schlangenverstecke

Wenn Sie den Bereich rund ums Haus sicherer machen möchten, hilft ein planvolles Vorgehen. Im Prinzip ist es ein gründlicher Frühjahrsputz – nur im Außenbereich:

  • Abdeckplanen, Folien und Netze einsammeln, wenn sie nicht gebraucht werden.
  • Planen, die weiter genutzt werden, straff spannen und fest verankern, statt sie lose liegen zu lassen.
  • Holzstapel auf Paletten oder Steine legen, mindestens 20 Zentimeter vom Boden entfernt.
  • Alte Metallplatten, Faserzement und große Bretter aus dem unmittelbaren Wohnumfeld entfernen.
  • Rund um Haus, Terrasse, Sitzplätze und Teiche regelmäßig Rasen mähen.

Je weniger flache, dunkle Verstecke sich direkt am Haus befinden, desto weniger interessant wird dieser Bereich für Schlangen. Häufig weichen sie dann eher auf ruhigere Grundstücksecken aus – oder in ganz andere Bereiche.

„Schlangen wollen keinen Kontakt mit Menschen. Wer ihre Lieblingsverstecke entfernt, senkt das Risiko einer Begegnung deutlich.“

Richtig lagern: so wird die Plane nicht zur Schlangenfalle

Eine Abdeckplane ist grundsätzlich nicht gefährlich – entscheidend ist der Umgang damit. Der wichtigste Punkt: Sie sollte nicht dauerhaft flach auf dem Boden liegen bleiben.

Nach der Verwendung ist diese Reihenfolge sinnvoll:

  • Plane gründlich ausschütteln, damit keine Tiere darauf oder darin sitzen.
  • Bei Feuchte kurz trocknen lassen, um Schimmel und Geruch zu vermeiden.
  • Sorgfältig zusammenrollen oder -falten.
  • Mit einem Gurt oder Seil fixieren.
  • In einem geschlossenen Raum lagern, etwa in Garage, Schuppen oder Keller, möglichst in einem Regal oder an einem Haken in Kopfhöhe.

Dasselbe Prinzip gilt für große Bleche und Platten: Sie sollten nicht flach auf der Erde verbleiben. Am besten stehen sie senkrecht an einer Wand oder liegen auf einem stabilen Untergestell im Innenbereich. Damit nehmen Sie Reptilien gleich mehrere attraktive Unterschlüpfe auf einmal.

Was tun, wenn doch eine Schlange unter der Plane liegt?

Trotz aller Vorsicht kann es passieren: Die Plane blieb doch ein paar Tage liegen, Sie wollen sie wegräumen – und darunter liegt plötzlich eine Schlange. Dann entscheidet vor allem Ihre Reaktion, ob alles ruhig bleibt oder die Situation riskant wird.

Grundregeln für diesen Fall:

  • Abstand halten, mindestens zwei bis drei Meter.
  • Keine hektischen Bewegungen, nicht darauf treten, nicht mit der Hand zugreifen.
  • Plane nur mit einem langen Stiel (Rechen, Besen, Ast) anheben, seitlich stehen, nicht darüber beugen.
  • Langsam zurückgehen und der Schlange die Flucht ermöglichen.

„Die meisten heimischen Schlangenarten sind scheu und beißen nur, wenn sie sich direkt bedroht fühlen oder bedrängt werden.“

Wenn man versucht, eine Schlange zu schlagen oder mit Werkzeug zu töten, bringt man sich selbst in gefährliche Nähe zum Tier. Außerdem können – je nach Land – rechtliche Folgen drohen, weil viele Schlangenarten streng geschützt sind. Im Zweifel ist es sinnvoll, örtliche Behörden oder Naturschutzvereine zu kontaktieren: Sie können den Fundort beurteilen und fachkundige Hilfe vermitteln.

Wie gefährlich sind Schlangen im deutschen Garten wirklich?

Bei „Schlange“ denken viele sofort an hochgiftige Arten. In Mitteleuropa begegnet man im Garten jedoch meist ungefährlichen Arten wie Ringelnatter oder Schlingnatter. Auch wenn es erschrecken kann, wenn sie plötzlich vor einem auftauchen, sind sie für Menschen in der Regel nicht gefährlich.

Giftige Arten gelangen seltener in direkte Hausnähe. Und selbst dort, wo sie vorkommen, kommt es meist nur dann zu einem Biss, wenn man sie anfasst, auf sie tritt oder sie bedrängt. Wer Abstand wahrt und nicht nach dem Tier schlägt, senkt das Risiko deutlich.

Garten naturnah, aber sicher gestalten

Viele Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer möchten naturnah und tierfreundlich gestalten – und das lässt sich mit einem sicheren Umfeld gut verbinden. Der Schlüssel ist eine klare Zonierung:

  • Direkt am Haus: kurze Grasnarbe, keine losen Planen, kein Brennholzstapel auf dem Boden.
  • Mittelzone: Stauden, Sträucher, Beete – gut einsehbar, Wege frei halten.
  • Hinterer Bereich: ein kleiner „wilder“ Abschnitt mit Laubhaufen, Totholz und dichter Vegetation, weit genug von Terrasse und Spielplatz entfernt.

So bekommen Tiere wie Igel, Eidechsen und auch Schlangen Rückzugsorte, während der Wohnbereich übersichtlich bleibt. Vor allem Familien mit Kindern oder Haustieren profitieren von dieser Aufteilung.

Praktische Zusatz-Tipps für ein entspanntes Gartenjahr

Wer in einer Gegend mit häufigen Schlangensichtungen lebt oder grundsätzlich vorsichtig sein möchte, kann zusätzlich ein paar Maßnahmen einplanen:

Maßnahme Nutzen
Regelmäßiges Mähen rund ums Haus Weniger Verstecke, bessere Sicht, geringere Schlangendichte
Offene Spalten unter Terrassen schließen Verhindert, dass Schlangen sich direkt an der Bausubstanz einnisten
Futtersäcke und Tiernahrung sicher lagern Weniger Mäuse, dadurch weniger Beute für Schlangen
Kinder und Nachbarn informieren Ruhiger Umgang bei Sichtungen, weniger Panikreaktionen

Wer nachvollzieht, warum Schlangen bestimmte Strukturen so stark bevorzugen, kann den eigenen Garten gezielt entsprechend umstellen. Schon eine einfache Veränderung wie die richtige Lagerung der Abdeckplane kann das Risiko spürbar senken – ohne Gift, Fallen oder radikale Eingriffe in die Natur.


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