Durchblättert man ein Hochglanzmagazin für Wohnideen, lässt man sich schnell von dem mitreissen, was gerade „angesagt“ ist – zumal dort eine ganze Reihe dekorativer Impulse wartet, die die eigene Kreativität anstossen.
Gleichzeitig holt einen das oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Dann steht plötzlich die Frage im Raum: Wie schaffe ich es, mich so einzubringen, dass es wirklich um mich geht – und nicht nur um die Deko?
Persönlicher Einrichtungsstil statt Trend-Kopie
Vor diesem Hintergrund – und je nachdem, welches Designverständnis man mitbringt – setzt Lara Clarke von Lara Clarke Interiors nach eigener Aussage auf eine sehr persönliche Zusammenarbeit mit ihren Kundinnen und Kunden: „Es ist ein gemeinsamer Prozess – statt dir unseren Stil überzustülpen, holen wir deinen Stil aus dir heraus.“
„Wir arbeiten mit dir daran, etwas zu schaffen, das im Kern deins ist und einzigartig – und keine Kopie von allem, was man sonst so sieht.“
Die Designerin aus Surrey betont, wie entscheidend dabei die konkreten Alltagsdetails sind: wie man tatsächlich wohnt, welches Textil man liebt – oder auch, wo man morgens mit einer Tasse Tee sitzen möchte.
„Wir gehen wirklich ins Detail … wie dieses Zuhause für euch als Familie funktionieren soll und wie es für euch am besten passt – und nicht für irgendjemand sonst.“
Als Verfechterin einfacher Styling-Kniffe, die Räume ausdrucksstärker wirken lassen, teilt Clarke ihre wichtigsten Tipps für Kreative und Einrichtungsfans.
Styling-Tipps von Lara Clarke Interiors
1. Mehrschichtiges Licht
Für Clarke ist Licht einer der entscheidenden Faktoren. „Viele haben vielleicht nur Einbauspots; aber wenn man Lichtquellen schichtet, macht das einen riesigen Unterschied.“
Sie empfiehlt etwa eine Akku-Wandleuchte: flexibel, kabellos und unkompliziert – entweder montiert man eine Halterung oder arbeitet mit einem starken Klebepad. Gedanklich kann man sich eine Messing-Wandleuchte mit dekorativem Schirm vorstellen.
„Du bringst sie einfach an die Wand, und sofort hast du Wandleuchten … das ist eine tolle Möglichkeit, die Beleuchtung im Zuhause zu staffeln.“
Auch Tischleuchten gehören für sie dazu. „Tischlampen sind ein weiteres Thema“, sagt Clarke. „Auf einem Beistelltisch würde ich zu einem anderen Lampenschirm greifen.“
Wenn man zum Beispiel eine Tischlampe bei John Lewis kauft, rät sie, den Schirm bewusst selbst auszusuchen – gerne ein Designer-Lampenschirm. „Das wertet die Lampe auf eine Art auf, wie es ein normaler, schlichter weisser Schirm nicht könnte.“
Ausserdem arbeitet sie gern mit Farbe. Wenn man die Wände nicht streichen möchte und die Stimmung im Raum trotzdem auffrischen will, sei das ein weiterer Hebel, um Farbe und Muster einzubringen.
„Ich setze in meinen Entwürfen gern farbige Lampenschirme ein, das knüpft an das Farbkonzept an … ein schlichter weisser Schirm kann langweilig sein; aber ein gemusterter Lampenschirm macht einen grossen Unterschied.“
2. Regale: Styling & Platzierung
Beim Gestalten von Regalen und dem gezielten Platzieren von Accessoires empfiehlt die Designerin eine Mischung aus höheren Elementen – etwa Fotos und Büchern – und rät dazu, auch Blumen ins Arrangement einzubauen.
„Manchmal neigen Leute dazu, alles vollzustopfen, obwohl weniger eigentlich mehr ist.“
Wer zwischen Symmetrie und Grössenverhältnissen schwankt, sollte laut Clarke auf eine gute Balance achten. „Wenn man ein Regal oder ein Bücherregal als Ganzes betrachtet, wird es ein paar symmetrische Elemente geben.“
„Aber du willst nicht, dass alles symmetrisch ist, weil es sonst zu geschniegelt wirkt – es braucht ein Gleichgewicht zwischen beidem.“
Sie selbst setzt auf einen Mix. „Ich lege viele Bücher flach hin, und dann ist es schön, etwas darauf zu platzieren.“
„Wenn du ein paar Bücher stapelst, um sie auszubalancieren, dann ergänze das oben mit einem Objekt – einer Vase oder einer Kerze.“
3. Das Geheimnis von Sofakissen
„Ich finde, Kissen sind einer dieser riesigen Bereiche, mit denen man den Look eines Zimmers komplett verändern kann“, betont Clarke.
„Entscheidend ist ein hochwertiges Kissen mit guter Fülle; man kann Kissen zwar in gängigen Mode- und Einrichtungsgeschäften kaufen, aber dann haben sie oft keine schöne Federfüllung.“
Wer nur einen Kissenbezug kauft, solle daher eine Feder-Innenfüllung eine Nummer grösser wählen. „Dann stopfst du es richtig aus, und das Kissen sieht voller aus, als wenn du die passende Innenfüllung nimmst – die wirkt meist etwas flach.“
„Dadurch wirkt das Kissen teurer, ich mag sehr pralle Kissen, das ist luxuriöser als etwas Schlappes auf dem Sofa“, witzelt sie.
Ausserdem, so Clarke, gebe es praktisch kein „zu viele“ bei Kissen. „Das ist eine wirklich gute Möglichkeit, einem eher schlichten Sofa Farbe und Interesse zu geben.“
4. Teppich-Regeln
Bei den Do’s und Don’ts rund um Teppiche sieht Clarke einen typischen Fehler: Viele kaufen den Teppich für den Raum zu klein. „Und ehrlich gesagt lässt das den Raum, wenn überhaupt, eher kleiner wirken.“
„Du solltest den Teppich bewusst grösser wählen … er soll unter dem Couchtisch nicht wie eine Fussmatte aussehen.“
Ideal sei es, wenn der Grossteil der Möbel darauf steht. „Also das Sofa, die Beistelltische, die Sessel – wenn möglich. Und wenn du unsicher bist: grösser ist besser.“
„Du möchtest den Bereich zonieren, indem du die Möbel darin mit einbeziehst“, sagt sie überzeugt.
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