Ein flaches Gefäß mit Wasser in der Nähe von Blumentöpfen kann die Luftfeuchtigkeit direkt um die Blätter herum leicht anheben, weil beim Verdunsten Feuchtigkeit an die Umgebung abgegeben wird. Davon profitieren vor allem tropische Zimmerpflanzen wie Farn, Maranta und Calathea, die in Innenräumen mit Klimaanlage häufig trockene, brüchige Blattspitzen entwickeln.
Wie hilft ein Wasserbehälter den Pflanzen?
Das Wasser geht nach und nach vom flüssigen Zustand in Wasserdampf über und vermischt sich mit der Luft unmittelbar neben den Töpfen. Dadurch entsteht rund um die Pflanzen ein kleines, feuchteres Mikroklima – besonders dann, wenn das Gefäß breit ist, dicht an der Blattmasse steht und nicht in einem starken Luftzug platziert wird.
Die relative Luftfeuchtigkeit beschreibt, wie viel Wasserdampf die Luft im Verhältnis zu dem Maximum enthält, das sie bei der jeweiligen Temperatur aufnehmen könnte. Der Effekt des Wassergefäßes ist daher lokal und eher dezent: Die Luftfeuchtigkeit eines ganzen Zimmers steigt dadurch nicht spürbar an.
Welche Pflanzen profitieren von dieser Methode?
Arten aus tropischen Wäldern mögen in der Regel eine weniger trockene Luft als sie in der Nähe von Klimageräten, Heizungen oder stark durchlüfteten Fenstern üblich ist. Zu den Pflanzen, die von dieser kleinen Erhöhung profitieren können, gehören:
- Farne mit feinem Laub, das schnell austrocknet;
- Calatheas (Korbmaranten), die bei sehr trockener Luft braune Blattränder bekommen;
- Marantas, die fern von Zugluft kultiviert werden;
- Fensterblätter (Monstera deliciosa), die in Innenräumen stehen;
- Fittonien und andere kleinwüchsige tropische Pflanzen.
Wie richtet man eine Schale mit Steinen und Wasser ein?
Eine breite Schale bietet eine grössere Verdunstungsfläche als ein schmales Glas. Gib saubere Steine in den Behälter, fülle Wasser ein, ohne die Steine komplett zu bedecken, und stelle den Topf auf die trockene Steinauflage. Der Topfboden darf nicht im Wasser stehen, sonst bleibt das Substrat dauerhaft nass und das Risiko für Wurzelfäule steigt.
Alternativ kann das Gefäss auch einfach neben den Töpfen stehen – der Effekt fällt dann meist schwächer aus. Mehrere Pflanzen eng beieinander zu platzieren hilft zusätzlich, die Feuchtigkeit aus dem Substrat und der Blatttranspiration länger zu halten und das durch die Schale entstehende Mikroklima etwas zu verstärken.
Welche Massnahmen verhindern stehendes Wasser und nasse Wurzeln?
Der Behälter sollte regelmässig gereinigt und neu befüllt werden. In Gegenden mit Mücken darf Wasser nicht über viele Tage unbewegt stehen bleiben – auch nicht zwischen den Steinen. Für eine sichere Anwendung sind folgende Punkte wichtig:
- Den Wasserstand unterhalb der Steinoberfläche halten;
- darauf achten, dass der Topf nicht direkt mit dem Wasser in Kontakt kommt;
- Wasser regelmässig wechseln und die Schale auswaschen;
- Algen, abgefallene Blätter und andere Rückstände entfernen;
- die Erde weiterhin je nach Bedarf der jeweiligen Art giessen;
- bei sehr trockener Raumluft einen Luftbefeuchter verwenden.
Beseitigt ein Wassergefäss braune Blattspitzen?
Zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann Blattränder austrocknen, ist aber nicht die einzige Ursache. Auch zu viel oder zu wenig Giessen, Salzablagerungen, beschädigte Wurzeln, direkte Sonne und Zugluft können Flecken und braune Spitzen auslösen. Bevor die Luftfeuchtigkeit gezielt erhöht wird, lohnt es sich, Substrat, Lichtverhältnisse und den Standort des Topfes zu prüfen.
Der Wasserbehälter ist eine unkomplizierte Unterstützung für tropische Pflanzen, ersetzt jedoch nicht die übrige Pflege. So wie manche Arten gezielt für feuchtere Innenräume ausgewählt werden, sollte jede Pflanze zum jeweiligen Raum passen. Eine saubere Schale, Wurzeln ohne Wasserkontakt und eine gute Luftzirkulation ermöglichen eine leichte Erhöhung der Luftfeuchtigkeit, ohne dass die Kultur vernässt.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen